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Psychotherapie bei chronischen Schmerzen

Chronische Schmerzen und Schmerzverarbeitung

Chronische Schmerzen entstehen und bestehen häufig in einem komplexen Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Auch bei eindeutig vorhandenen körperlichen Ursachen können psychische Belastungen, Stress, Aufmerksamkeit, Lernerfahrungen und Verhaltensmuster den Verlauf und das Schmerzerleben beeinflussen.

Dabei spielt die individuelle Verarbeitung von Schmerz eine zentrale Rolle.

In meiner Praxis erfolgt eine differenzierte diagnostische Einordnung sowie eine indikationsgeleitete psychotherapeutische Behandlung.


Erscheinungsbild

Chronische Schmerzen können sich unter anderem zeigen als:

  • anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen, 
  • Schmerzen mit wechselnder Intensität oder Lokalisation, 
  • zunehmende Einschränkungen im Alltag, in der Belastbarkeit und im sozialen Leben, 
  • verstärkte Aufmerksamkeit auf körperliche Beschwerden und Schmerzsignale. 

Häufig bestehen Wechselwirkungen mit emotionaler Belastung, Stress sowie depressiven oder ängstlichen Symptomen.


Therapeutischer Ansatz

Die Behandlung erfolgt im Rahmen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und berücksichtigt psychische Faktoren und Verarbeitungsprozesse, die das Schmerzerleben und den Umgang mit chronischen Schmerzen beeinflussen können.

Im Fokus stehen insbesondere:

  • Zusammenhänge zwischen Schmerz, Stress und emotionaler Regulation, 
  • unbewusste Konflikte und innere Spannungszustände, 
  • Aufmerksamkeitslenkung und Schmerzfokussierung, 
  • der Umgang mit Belastung, Aktivität und Schonverhalten, 
  • die Beziehung zwischen Körpererleben, Selbstwert und psychischer Belastung. 


Ziel ist es, individuelle Einflussfaktoren auf das Schmerzerleben besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit Schmerz und Belastung zu entwickeln.


Diagnostik und Behandlung

Zu Beginn erfolgt eine sorgfältige diagnostische Abklärung, unter anderem hinsichtlich:

  • Art, Dauer und Verlauf der Schmerzsymptomatik, 
  • medizinischer Vorbefunde und bisheriger Behandlungen, 
  • psychischer Begleitfaktoren, 
  • individueller Belastungs- und Verarbeitungsmuster, 
  • Auswirkungen der Schmerzen auf Alltag, Beruf und soziale Teilhabe. 


Auf dieser Grundlage wird die weitere Behandlung geplant. Diese erstreckt sich in der Regel über einen längeren Zeitraum und umfasst neben den therapeutischen Sitzungen auch die schrittweise Umsetzung neuer Erfahrungen und Bewältigungsmöglichkeiten im Alltag.

Ziel ist es, die Schmerzverarbeitung zu verändern, den Umgang mit Belastungen zu verbessern, Selbstwirksamkeit zu fördern und die aktive Teilhabe am Alltag zu stärken.

Eine vollständige Schmerzfreiheit kann nicht immer erreicht werden. Psychotherapeutische Behandlung kann jedoch dazu beitragen, den Leidensdruck zu reduzieren, den Umgang mit den Schmerzen zu verbessern und Lebensqualität und Funktionsfähigkeit zu fördern.


Indikation

Eine Behandlung kann insbesondere sinnvoll sein:

  • bei chronischen Schmerzen, beispielsweise Rücken- oder Nervenschmerzen sowie Fibromyalgie, 
  • bei länger bestehender oder sich zunehmend verselbstständigender Schmerzsymptomatik, 
  • bei deutlichen Einschränkungen im Alltag, im Beruf oder im sozialen Leben, 
  • bei zusätzlicher psychischer Belastung, 
  • wenn Schmerzen zunehmend das Denken, Fühlen und Verhalten bestimmen. 


Hinweis

Die Behandlung chronischer Schmerzen erfolgt in der Regel im Rahmen eines interdisziplinären Verständnisses. Eine psychotherapeutische Behandlung ersetzt eine erforderliche medizinische Diagnostik oder Behandlung nicht. Bei ausgeprägter körperlicher Symptomatik, Veränderungen des Beschwerdebildes oder einer unklaren medizinischen Situation ist eine entsprechende ärztliche Abklärung erforderlich.

Literatur

Derra, C. & Schilling C. (2017). Achtsamkeit und Schmerz. Stress, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Schmerz wirksam lindern. 5. Auflage. Stuttgart: Klett-Cotta.


Gordon, A. & Ziv A. (2023). Wege aus dem Schmerz. Der bahnbrechende, wissenschaftlich bewährte Ansatz zur Heilung chronischer Schmerzen. Kandern: Unimedica.


Moseley, L. & Butler, D. (2016). Schmerzen verstehen. 3. Auflage. Berlin: Springer.


Klinger, R., Hasenbring, M. & Pfingsten, M. (2016). Multiaxiale Schmerzklassifikation. Psychosoziale Dimension – MASK-P. 2. Auflage. Berlin: Springer. 


Kröner-Herwig, B., Frettlöh, J., Klinger, R. & Nilges, P. (Hg.) (2017). Schmerzpsychotherapie. Grundlagen – Diagnostik – Krankheitsbilder – Behandlung. 8 Auflage. Berlin: Springer.


Van Cranenburgh, B. (2014). Schmerz – warum? Ein Leitfaden für Menschen mit Schmerz. Bad Honnef: Hippocampus.


Von Wachter, M. & Hendrischke, A. (2021). Psychoedukation bei chronischen Schmerzen. Manual und Materialien. 2. Auflage. Berlin: Springer.


Von Wachter, M. (2021). Chronische Schmerzen. Selbsthilfe, Tipps und Fallbeispiele für Betroffene. Berlin: Springer.

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Praxis für Neuropsychologie und Psychotherapie

Kristian Trubelja

Salzburger Leite 1, 97616 Bad Neustadt an der Saale

E-Mail: praxis@psychologische-praxis-nes.de