Psychotherapie ist die gezielte Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren und Methoden. Psychische Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben und sich auf das Denken, Fühlen, Verhalten, körperliche Erleben und zwischenmenschliche Beziehungen auswirken. Häufig entstehen sie aus einem Zusammenspiel aktueller Belastungen, prägender persönlicher und zwischenmenschlicher Erfahrungen sowie der individuellen Art, mit Gefühlen, Konflikten und Belastungen umzugehen.
Eine psychotherapeutische Behandlung kann sinnvoll sein, wenn psychische Beschwerden über längere Zeit bestehen, wiederholt auftreten oder die Lebensqualität, Beziehungen, den Alltag oder die berufliche Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen.
Mögliche Behandlungsanlässe sind beispielsweise:
Am Beginn stehen das persönliche Kennenlernen und eine sorgfältige diagnostische Abklärung. Ausgangspunkt der therapeutischen Arbeit sind dabei die aktuellen Beschwerden und die gegenwärtige Lebenssituation. Die persönliche Lebensgeschichte wird dort einbezogen, wo sie zum Verständnis heutiger Schwierigkeiten beiträgt.
Auf dieser Grundlage entwickeln wir gemeinsam ein Verständnis dafür, wie die bestehenden Beschwerden entstanden sind und wodurch sie gegenwärtig aufrechterhalten werden. Dabei berücksichtigen wir mögliche innere Konflikte und wiederkehrende Beziehungsmuster ebenso wie strukturelle Fähigkeiten, persönliche Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten.
Gemeinsam werden die wesentlichen Ziele der Behandlung vereinbart. Das therapeutische Vorgehen orientiert sich an der individuellen Situation und wird im Verlauf der Behandlung immer wieder daraufhin überprüft, ob es hilfreich ist und die vereinbarten Ziele erreicht werden.
Psychotherapie soll dazu beitragen, aktuelle Beschwerden zu lindern und deren Hintergründe besser zu verstehen. Darüber hinaus kann sie helfen,
Ziel ist nicht, die eigene Lebensgeschichte ungeschehen zu machen, sondern mehr Freiheit im Umgang mit ihr zu gewinnen.
Mein psychotherapeutisches Behandlungsverfahren ist die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Sie gehört zu den wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren.
Aus tiefenpsychologischer Sicht stehen aktuelle Beschwerden häufig in einem Zusammenhang mit Erfahrungen, inneren Konflikten und Beziehungsmustern, die sich im Laufe des Lebens entwickelt haben. Dabei geht es nicht darum, ausschließlich in die Vergangenheit zu schauen. Entscheidend ist vielmehr, wie frühere Erfahrungen im heutigen Leben weiterwirken und welchen Einfluss sie auf Gefühle, Gedanken, Beziehungen und Verhaltensweisen haben.
Manche dieser Zusammenhänge sind uns bewusst, andere bleiben zunächst blinde Flecken. So können sich bestimmte Beziehungsmuster, Erwartungen oder Reaktionen wiederholen, obwohl wir eigentlich anders handeln möchten. Im therapeutischen Gespräch können solche Zusammenhänge gemeinsam sichtbar und verständlich werden.
Neben inneren Konflikten und Beziehungsmustern geht es auch um grundlegende psychische Fähigkeiten: eigene Gefühle wahrzunehmen und zu regulieren, Bedürfnisse zu erkennen, den Selbstwert zu stabilisieren und Beziehungen zu gestalten. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Mentalisierung – die Fähigkeit, sich selbst und andere besser zu verstehen und wahrzunehmen, welche Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse und Absichten hinter dem eigenen Verhalten und dem Verhalten anderer stehen können. Psychotherapie kann dazu beitragen, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Eine besondere Bedeutung hat dabei die therapeutische Beziehung. Auch hier können wiederkehrende Erwartungen, Gefühle und Beziehungsmuster sichtbar werden. In einem geschützten therapeutischen Rahmen können sie gemeinsam verstanden und neue Erfahrungen ermöglicht werden.
Verstehen ist ein wichtiger Teil der Therapie – allein reicht es jedoch nicht aus. Nachhaltige Veränderung entsteht dadurch, dass neue Erfahrungen gemacht, andere Perspektiven entwickelt und neue Möglichkeiten des Fühlens und Handelns erprobt werden.
Unser Gehirn besitzt die Fähigkeit, sich durch Erfahrungen und Lernen ein Leben lang zu verändern. Diese Neuroplastizität bildet eine wichtige Grundlage für Lern- und Veränderungsprozesse. Neue Erfahrungen können sich dabei auch in der Verarbeitung und Vernetzung neuronaler Systeme widerspiegeln.
Psychotherapeutische Veränderung kann daher auch als ein Lernprozess verstanden werden: Wenn neue Erfahrungen wiederholt gemacht und im Alltag erprobt werden, können sich bisherige Reaktions- und Verhaltensmuster verändern und neue Möglichkeiten zunehmend verankern.
Literatur
Praxis für Neuropsychologie und Psychotherapie
Kristian Trubelja
Salzburger Leite 1
97616 Bad Neustadt an der Saale